30 Quadratmeter starren mich an.
Planlos schaue ich aus dem Fenster.
Die Scheibe ist groß und flutet den viel zu kleinen Raum mit Licht.
Es ist Januar und die Bäume sind kahl.
Die Sonne spiegelt sich im gefrorenen See.
Ich beobachte die Enten ihre Runden drehen.
Gedankenverloren stehe ich hier.
Eins, zwei, drei- sind es zehn Minuten?
Eine Träne läuft über meine Wange.
Ich spüre, wie sich Wut und Traurigkeit
die Hand reichen und meinen Körper mit Hitze füllen.
Und wieder starren mich 30 Quadratmeter tonlos an.
Die Wände kommen näher, ich muss raus.
Ich brauche Luft, ich glaube zu ersticken.
30 Quadratmeter und sonst nichts.
Ich weiß, wo ich herkomme, doch nicht wo ich hin möchte.
Panik schiebt sich durch meine Lungen.
Das Atmen fällt mir schwer.
Ein Bett, ein Schrank, ein Fenster. Und ich.
Zweifel breiten sich in meiner Magengegend aus.
Sie bahnen sich ihren Weg durch die Brust und füllen meinen Kopf mit Nebel.
30 Quadratmeter und mir wird schlecht.
Es ist Februar. Ich sitze noch hier.
Blicke aus dem Fenster und sehe wie sich Sonnenstrahlen auf dem See spiegeln. Er ist nicht mehr gefroren.
Heißer Kaffee wärmt die Tasse und hält mich im Moment.
„Danke für die Schönheit des Morgens“, schreibe ich und blicke in die Ferne.
Der März bricht an, es wird dunkel in mir.
30 Quadratmeter und ich.
Seitlich liegend ist da nichts, was mir Sicherheit gibt.
Nichts- außer diese leise Stimme in mir.
Ich klammere mich mit letzter Kraft an sie,
denn es ist alles woran ich noch glaube.
30 Quadratmeter und Sie ebnet mir den Weg.
„Vertrauen“ flüstere ich in die Nacht. „Ich muss vertrauen“.
Ich werde leise und kehre ein.
April- ich gehe raus.
Es liegt die Frische eines neuen Lebens in der Luft.
Als würde mein Vertrauen sein Versprechen einhalten und mir langsam die schweren Türen öffnen.
30 Quadratmeter im Mai sind 30 Quadratmeter zu viel.
Ich lasse los-verschenke den Ballast in jedem Moment.
Ich will ihn nicht mehr, denn ich habe genug.
30 Quadratmeter lösen sich auf-
ich gehe für immer und atme auf.

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