Ich mag den Lärm.
Den von der Großstadt. Wenn ich mit dem Fahrrad auf den belebten Straßen Richtung Mitte fahre. Das Stimmengewirr aus den Cafés und die laute Musik aus der Bar.
Ich mag den Lärm, wenn meine Energie wieder grenzenlos scheint und ich mein Leuchten verteile.
Wenn meine Neugier mich trägt und ich mich in dem Meer aus Gesprächen verliere.
Und wenn mein Lachen den Raum mit Leichtigkeit füllt, die Zigarette nach Freiheit schmeckt und der Alkohol uns zu Freunden der Nacht erklärt.
Und dann mag ich die Stille.
Die Stille einer leeren Wohnung und wenn niemand mit mir spricht. Wenn ich nach einer Autofahrt noch zehn Minuten länger auf dem Sitz verweile und diese kleine Blase der Trennung vom Außen mit Ruhe fülle.
Wenn ich auf meinem Bett sitze, ohne dass ich jemandem zuhören muss.
Wenn ich mich dabei in meinen Gedanken verliere.
Wenn ich meine Energie nicht mehr halten kann und die Schwere meine Leichtigkeit vertreibt.
Ich mag diese Stille, weil sie mir meine Tiefe zeigt.
Weil ich ohne sie mein Sein nicht spüren kann.
Weil ich nur durch die Ruhe weiß, wie ich im Lärm wieder wachsen kann.
