abgelenkt

Manchmal fühle ich so viel, denke so laut und halte den Druck aus- so sehr, dass ich vor mir selbst fliehe. Ich verlasse mich und stürze mich ins Leben.
Hauptsache laut, intensiv und berauscht, damit ich betäubt von dem Außen bin, sodass ich nichts mehr spüre und meine Gedanken für einen Moment im Archiv landen.

Ich tauche dann ab und gebe mich dem Meer aus Eindrücken hin.
Bin abgelenkt und renne so weit vor mir weg, dass ich aus der Ferne nur noch die Silhouette meiner Gefühle sehe- so unscharf, dass ich mir selbst fast glaube sie seien verschwunden.
Dann bin ich stark und unantastbar.
Aber das sind die Stunden, die ich mir leihe und der Preis den ich zurückzahle ist über meinem Budget. Doch das ist mir in diesen Momenten nicht wichtig.

Wichtig ist, dass ich mich verliere und dass die Welt um mich herum lauter ist, als dieser Gedanke. 
Dieser eine Gedanke, der mich einfach nicht loslässt. 

Er ist nicht immer greifbar, aber nah genug, um seine Dringlichkeit zu spüren.
Aber ich drehe mich weg, denn ich weiß dass ich es diesmal schaffen kann.
Dass ich dieses Mal davon komme, ohne ihm Beachtung zu schenken.
Ich muss mich nur lange genug distanzieren, denke ich.

Doch dann denke ich weiter und muss meiner Einsicht ihren Platz geben.
Die Einsicht, dass es auch dieses Mal nicht einfach so an mir vorbei zieht.
Die Einsicht, dass ich der Unruhe ihren Raum geben darf, damit sie sich ausbreiten kann, um sich danach in die innere Akzeptanz zu verwandeln.

Jene, die mir den Frieden schenkt und dafür sorgt, dass ich in meiner gewohnten Leichtigkeit die Freude spüre.
Denn dann bin ich wieder im Gleichgewicht und frage mich, warum ich nicht schon früher fühlen wollte, was eh unausweichlich ist. 

Ein Kommentar zu „abgelenkt“

  1. Anonym

    🙏💛

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